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Montag, 3. April 2017

Verbraucherzentral begrüßt Gesetzentwurf zum Mieterstrom - Gute Lösungen sehen aber anders aus

30.03.2017

Verbraucherzentral begrüßt Gesetzentwurf zum Mieterstrom - Gute Lösungen sehen aber anders aus

Der Gesetzentwurf zur Förderung von Mieterstrom soll Mieter, Selbstnutzer von Eigentumswohnungen und Betreiber von Kleingewerbe in Wohnhäusern bei der Nutzung von Mieterstrom finanziell unterstützen. Der Verbraucherzentrale Bundesverband begrüßt, dass das Gesetz noch vor der Sommerpause beschlossen werden soll, sieht aber Nachbesserungsbedarf bei der Gleichstellung von Mietern und Hauseigentümern.

Wenn Photovoltaikmodule auf dem Dach Strom erzeugen und dieser in Wohnungen des gleichen Hauses direkt verbraucht wird, soll dieser Strom mit rund zwei bis vier Cent gefördert werden. So könnten rund 3,8 Millionen Haushalte den günstigen Mieterstrom nutzen berichtete die Verbraucherzentrale  in Berlin. „Es ist eine gute Nachricht für Verbraucher, dass der Mieterstrom endlich kommen soll“, sagt Thomas Engelke, Teamleiter Energie und Bauen beim vzbv. „Jetzt muss es aber losgehen: 100.000 Mieterstromhaushalte bis 2019 wären ein erstes Signal dafür, dass die geplante Regelung auch greift.“
Die Bundesregierung sieht jedoch nicht vor, bei der Förderung des Eigenstroms von Hausbesitzern und von Mieterstrom gleiche Kostenvorteile einzuräumen. Dabei werde in beiden Fällen der auf dem Dach erzeugte Solarstrom direkt von den Bewohnern verbraucht. „Es ist nicht nachvollziehbar, warum Mieterstrom schlechter gestellt werden soll als Eigenstrom. Hier muss die Bundesregierung nachbessern“, so Engelke.
Die Bundesregierung begrenzt Mieterstrom außerdem räumlich auf einzelne Gebäude. Nur wenn der Strom im gleichen Haus erzeugt und verbraucht wird, soll es Mieterstrom sein. Der vzbv fordert deshalb, durch eine Vernetzung mehrerer benachbarter Häuser oder Häuserblocks auch die Versorgung von Wohnungen ohne Photovoltaik auf dem eigenen Hausdach zu ermöglichen. Das wäre dann eine fortschrittliche, städtebaulich intelligente Regelung, die einen maximalen Eigenstromverbrauch im Sinne der Energiewende ermöglichen würde. Aber es regiert anscheinend die Angst vor Überförderung oder einfach Unwissenheit in der Politik in Sachen Erneuerbarer Energien.
Quelle Verbraucherzentrale
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