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Mittwoch, 3. Mai 2017

Solarpower Europe fordert politische Unterstützung für mehr Photovoltaik

Solarpower Europe fordert politische Unterstützung für mehr Photovoltaik


Solarpower Europe hat zehn wichtige politische Änderungen gefordert, um neue Geschäftsmodelle für Photovoltaik-Anlagen in Europa zu ermöglichen. Im Mittelpunkt des am Dienstag in Brüssel veröffentlichten Berichts „Designing EU Policy to encourage new solar business models“ stehen Forderungen, die Finanzierung neuer Anlagen zu erleichtern und rückwirkende staatliche Eingriffe bei bestehenden Anlagen zu vermeiden. Diese betreffen dabei die Politik der EU sowie der Mitgliedsstaaten.
Die erste Forderung lautet, einen Finanzierungsmechanismus zu kreieren, der die Kapitalkosten für erneuerbare Energien innerhalb der EU senkt. So könnte die Europäische Investmentbank (EIB) ein spezielles Fördersystem garantieren, gerade in den Mitgliedsstaaten mit hohen Kapitalkosten. Die EU-Kommission sollte zudem in der überarbeiteten Erneuerbaren-Energien-Richtlinie die Stabilität der finanziellen Unterstützung sicherstellen und dies auch auf Bestandsanlagen ausweiten, die keine negativen Auswirkungen für rückwirkende Eingriffe erfahren dürften.
Die dritte Forderung von Solarpower Europe bezieht sich auf die Vermeidung von Netz- oder Anschlussgebühren, die Verbraucher von Investitionen in Photovoltaik-Anlagen und Speicher abhalten würden. Zudem dürften Erneuerbare nicht darunter leiden, wenn das Stromsystem oder -netz noch nicht flexibel genug sei, um ihre Energie aufzunehmen. Der Einspeisevorrang für erneuerbare Energien müsse erhalten bleiben, bis alternative, geeignete Mechanismen vorhanden seien. Zudem müsse die Abregelung von Erneuerbaren-Anlagen vollständig kompensiert werden.
Punkt fünf auf der Liste des Verbandes ist ein geeigneter Rechtsrahmen für Photovoltaik-Eigenverbrauch in allen EU-Mitgliedsstaaten. Zudem dürfe Eigenverbrauch nicht durch unnötige behördliche Prozesse erschwert werden.  Zudem müsse es Vorgaben für Stromabnahmeverträge in den Ländern geben und zugesichert werden, dass alle Verbraucher mehr als einen Stromversorger haben dürften. Auch die Direktbelieferung und -abnahme von einzelnen Unternehmen müsse vertraglich erlaubt sein.
Die letzten drei Forderungen nach politischen Veränderungen beziehen sich zum einen darauf, dass Photovoltaik-Anlagen auch zur Versorgung in Mehrfamilien- und Mietshäusern eingesetzt werden können. Zudem sollte die Politik ein „lift and shift“ von Photovoltaik-Anlagen ermöglichen. Innovative Finanzierungsmechanismen sollten die Möglichkeit, Solaranlagen an einer Stelle abzubauen und an einem anderen Ort wieder aufzubauen, befördern, heißt es bei Solarpower Europe.
Der Bericht ist Teil des Projects „PV Financing“ – einem zweijährigen, von der EU-Kommission geförderten Forschungsprojekt. „Dies ist eine einfache, To-do-Liste für Regulierungsbehörden auf europäischer und nationaler Ebene, um die gesamte europäische Solarindustrie hinter sich zu bekommen“, sagt Sonia Dunlop, Politikberaterin bei Solarpower Europe. Mit dem Bericht liefere der Verband der EU-Kommission zudem Vorschläge, wie sie ihre im Winterpaket vorgeschlagenen Ideen mit Leben füllen und in die Praxis umsetzen sollten.
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