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Donnerstag, 29. Juni 2017

Eidgenossen messen Leistung bedruckter Module

Eidgenossen messen Leistung bedruckter Module

"Swissness" nennen die Forscher ihre neue Fassadenanlage. Sie wollen damit genau den Leistungsverlust durch einen Druck auf der Moduloberseite bestimmen.
27.06.2017 12:36 - Die Forscher der Hochschule Luzern haben in Spreitenbach eine Fassadenanlage mit bedruckten Modulen aufgebaut. Das Ziel ist zu beweisen, dass die bedruckten Module immerhin 80 Prozent der Leistung unbedruckter Paneele erreichen und damit nicht nur die Anforderungen der Architekten treffen, sondern auch ein ernst zu nehmender Teil der Energieversorgung werden können.
Die Hochschule Luzern will den Leistungsverlust von bedruckten Solarmodulen an einer Fassade gegenüber den normalen Modulen messen. Dazu haben die Forscher Paneele an einem Turm der Umwelt Arena Schweiz in Spreitenbach angebracht, die vorher mit den Wappen aller Kantone der Eidgenossenschaft bedruckt wurden.
Die Forscher wissen jetzt schon, dass die Leistung der bedruckten Module geringer sein wird. Das geht auch nicht anders. Denn je heller die Oberfläche ist, desto weniger Sonnenlicht kann in das Halbleitermaterial dringen, um dort Strom zu produzieren. „Achtzig Prozent der Leistung von herkömmlichen Paneelen werden aber dennoch erreicht“, ist sich Stephen Wittkopf, einer der Leiter des Kompetenzzentrums Gebäudehülle der Hochschule Luzern, sicher. „In der Umwelt Arena haben wir nun die Gelegenheit, dies durch ein konstantes Monitoring und den direkten Vergleich mit unbedruckten blau-schwarzen Paneelen zu messen.“ Die Monitoringdaten sind sogar öffentlich einsehbar. Ab 1. Juli dieses Jahres stellt die Hochschule diese auf seiner Internetseite zur Verfügung.

Fassadenanlage ist in den Bergen effizienter

Mit dem Projekt wollen die Forscher um Stephen Wittkopf den nächsten Beweis erbringen, dass eine Photovoltaikanlage mit bedruckten Modulen an einer Fassade nicht einfach nur eine Spielerei ist, sondern ein ernst zu nehmender Teil des Energiekonzepts von Gebäuden – auch wenn die Anlage in der Regel weniger Strom erzeugt, als ein Generator auf dem Dach mit herkömmlichen Modulen.
Dies ist wiederum nur mit Einschränkungen der Fall. Denn gerade in alpinen Gebieten ist die Fassadenanlage oftmals sogar über das gesamte Jahr hinweg gesehen effizienter, wie die Forscher aus Luzern betonen. Schließlich bleiben die Module an der Fassade im Winter schneefrei und können zusätzlich dazu noch die niedriger stehende Sonne besser nutzen als Dachanlagen. Zudem passen die herkömmlichen Module nur selten in das ästhetische Konzept eines Gebäudes, so dass die Architekten immer wieder Abstand davon nehmen. Bedruckte Module hingegen haben immer noch den Ruf, sehr teuer und völlig ineffizient zu sein. Ein bedruckten Modul an der Fassade, das einen beträchtlichen Teil der Energieversorgung des Gebäudes, kann sowohl von den Architekten als auch von den Bauherren anders bewertet werden. Dies wollen die Forscher durch das öffentlich zugängliche Monitoring ihrer neuen Anlage erreichen. „Wenn es dadurch gelingt, mehr Architekten zur Berücksichtigung von Solarenergie zu motivieren, macht der vermehrte Einsatz die etwas verminderte Energieproduktion der einzelnen Paneele leicht wett“, erklärt Stephen Wittkopf das Ziel des Projektes. (su)
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