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Donnerstag, 8. Juni 2017

Indien will ab dem Jahr 2030 nur noch Neuwagen mit Elektroantrieb erlauben

Indien will ab dem Jahr 2030 nur noch Neuwagen mit Elektroantrieb erlauben

Lange Zeit gehörte Indien zu den Gegnern eines weltweiten Klimaabkommens. Das Land argumentierte, dass die Kosten für den Kampf gegen den Klimawandel in erster Linie von den Industriestaaten getragen werden müssten – immerhin haben diese historisch betrachtet auch die meisten Emissionen verursacht. Inzwischen ist die indische Regierung aber zu einem eifrigen Verfechter des Weltklimavertrags von Paris geworden. So wurde die Entscheidung von Donald Trump, die USA aus dem Vertragswerk aussteigen zu lassen, in Neu Delhi sehr kritisch kommentiert. Die eigenen Anstrengungen im Bereich des Klimaschutzes laufen zudem unbeirrt weiter. Nun wurde ein besonders drastischer Plan bekannt: Ab dem Jahr 2030 sollen auf dem Subkontinent keine Autos mit Verbrennungsmotor mehr neu zugelassen werden.
Tesla Motors - Elektroautos

Die Luft in den Städten wird durch Verbrennungsmotoren stark belastet

In den ersten drei Jahren nach der Umstellung sollen die Elektrofahrzeuge noch mit einem staatlichen Zuschuss gefördert werden. Anschließend geht die Regierung davon aus, dass die Nachfrage so stark sein wird, dass die Hersteller auch ohne Förderung attraktive Verkaufspreise etablieren können. Neben dem Klimaschutz dürften noch zwei weitere Argumente für eine Umstellung des indischen Verkehrssektors auf Elektroantriebe sprechen. Zum einen kann dadurch die Luftverschmutzung in den Städten reduziert werden. So gilt Neu Delhi heute in diesem Punkt als dreckigste Stadt der Welt. Der oberste Gerichtshof des Landes hat die Regierung daher bereits zu Gegenmaßnahmen verurteilt.

Die Ölimporte könnten massiv reduziert werden

Zum anderen ist Indien aber auch der größte Ölimporteur der Welt. Das Land gibt jährlich rund 150 Milliarden Dollar für den fossilen Brennstoff aus. Durch die Umstellung auf Elektromotoren könnte dieser Betrag immerhin um etwa 60 Milliarden Dollar reduziert werden. Davon würde der Staatshaushalt gleich doppelt profitieren. Denn bisher wird ein Teil des Benzins zu subventionierten Preisen angeboten. Allerdings bringen Elektroautos auch ein Problem mit sich: Die Nachfrage nach Strom wird durch sie massiv erhöht. Bisher hat Indien aber noch immer regelmäßig mit einer Stromknappheit zu kämpfen – was zu Blackouts führt. Es bleibt abzuwarten, ob der Ausbau der Sonnen- und Windenergie bis zum Jahr 2030 weit genug fortgeschritten sein wird, um diese Problematik in den Griff zu kriegen.
Via: Inhabitat
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