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Mittwoch, 12. Juli 2017

Kapitalspritze für Blockchain-Handelsplattform

Kapitalspritze für Blockchain-Handelsplattform


Die Idee klingt einfach: Photovoltaik-Anlagenbesitzer sollen ihren Solarstrom an Unternehmen und öffentliche Einrichtungen in ihrer Umgebung verkaufen und Verbraucher sollen in der Nachbarschaft erzeugte erneuerbare Energie einkaufen können. Das ist das Ziel der 2017 im Umfeld des Innogy Innovation Hub gegründeten Conjoule GmbH. Das Start-up hat eine Peer-to-Peer-Plattform entwickelt, über die mit Hilfe der Blockchain-Technologie lokaler Strom angeboten und gekauft werden kann. Bei ersten Pilotprojekten in Essen und Mülheim verbindet Conjoule eigenen Angaben zufolge bereits über einen digitalen dezentralen Marktplatz private Betreiber von Photovoltaik-Anlagen mit lokalen Abnehmern.
Um die Plattform zur Marktreife zu bringen, ist Conjoule jetzt erfolgreich auf Investorensuche gegangen. Wie der Innogy Innovation Hub mitteilt, wird der japanische Energieversorger Tepco drei Millionen Euro in das Start-up investieren, weitere 1,5 Millionen Euro schießt der Innogy Innovation Hub selbst zu. Damit sollen laut Pressemitteilung das technische Team aufgestockt, die Plattform in ausgewählten europäischen Märkten eingeführt und Folgeprodukte entwickelt werden. Conjoule will nicht nur Stromkunden und Betreiber von Photovoltaik-Anlagen zusammenbringen, sondern diese auch mit Besitzern von Speicherkapazitäten, weiteren Produzenten erneuerbarer Energien und anderen „Quellen für Flexibilität“ vernetzen – ohne die bisher notwendigen traditionellen Vermittler.
„Die Blockchain-Technologie wird neu definieren, was im Energie-Ökosystem möglich ist“, begründet Tepco-Manager Shin-ichiro Kengaku das Engagement. Tepco wolle in diesem Bereich praktische Erfahrungen sammeln und die Transformation der Energiewirtschaft weiter fördern. Thomas Birr, Leiter des Innogy Innovation Hub, spricht vor allem die klare Vision eines dezentralen, digitalisierten und kundenfreundlichen Energiesystems an, die Conjoule verfolge. Zu den Conjoule-Gründern gehört Sam Warburton, der früher ebenfalls beim Innogy Innovation Hub beschäftigt war. Er hält Blockchain für eine der aufregendsten Technologieentwicklungen, um neue Transaktionsmodelle im Energiebereich zu ermöglichen.
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