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Dienstag, 18. Juli 2017

Solarworld kündigt signifikanten Personalabbau an

Solarworld kündigt signifikanten Personalabbau an


Das sich in einem vorläufigen Insolvenzverfahren befindliche Photovoltaik-Unternehmen Solarworld wird den Geschäftsbetrieb voraussichtlich ab 1. August 2017 mit deutlich reduzierter Belegschaft fortführen. Darüber informierte der vorläufige Insolvenzverwalter Horst Piepenburg am Montag die Belegschaften in Freiberg und Arnstadt. Wie viele Arbeitnehmer von dem Stellenabbau betroffen sein werden, ist zum jetzigen Zeitpunkt allerdings noch unklar. Dies liege unter anderem auch daran, dass gegenwärtig noch Anfragen zu Auftragsarbeiten im Zuge von Lohnfertigungen geprüft und kalkuliert würden. Bis Mitte der kommenden Woche soll aber klar sein, wie viele Mitarbeiter entlassen werden müssen, erklärt Thomas Schulz, externer Kommunikationspartner der Insolvenzverwaltung, auf Nachfrage von pv magazine.
Bundesweit sind in den insolventen Solarworld-Gesellschaften noch knapp 1.850 Mitarbeiter beschäftigt. Zum Zeitpunkt des Insolvenzantrags am 11. Mai 2017 waren es noch knapp 2.200 Beschäftigte. In den ersten acht Wochen des vorläufigen Insolvenzverfahren hat Solarworld nach Aussage der Insolvenzverwaltung nicht nur Bestandsware verarbeitet und veräußert, sondern es seien auch neue Aufträge im zweistelligen Millionenbereich generiert worden. So wurden die Produktionslinien im Drei-Schicht-System weiter betrieben. In dieser Zeit konnte das Unternehmen allerdings nicht genügend Liquidität erwirtschaften, um die Personalkosten im Anschluss an den Insolvenzgeldzeitraum ab  1. August 2017 zu leisten.
Die Auftragslage und die weltweiten Schwierigkeiten in der Solarindustrie zwingen die insolventen Gesellschaften nach dem 31. Juli 2017 zu signifikanten Einsparungen bei den Personalkosten, so der Insolvenzverwalter. Da bedeute, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter freigestellt werden müssten, denn Fördertöpfe, die die absehbare Unterdeckung der kommenden Monate ausgleichen könnten, gebe es nach der Gesetzeslage weder im Bund, noch in den Bundesländern oder in Brüssel.
Ziel der Insolvenzverwaltung ist es, dass die insolventen Unternehmen ab Eröffnung des Insolvenzverfahrens mit einer reduzierten Belegschaft fortgeführt werden können. Dabei soll auch die Produktion im Interesse potentieller Investoren und im Einvernehmen mit den Gläubigern weitergehen. Mehrere interessierte strategische Investoren prüfen derzeit Piepenburg zufolge die Wirtschaftlichkeit der Solarworld-Unternehmen. Die meisten dieser Investoren hätten dabei aber einen weiteren Prüfungsbedarf von bis zu vier Monaten signalisiert.
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