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Dienstag, 15. Mai 2018

Schweden verlegen Stromschiene in die Straße

Schweden verlegen Stromschiene in die Straße

Die Stromabnehmer am Fahrzeugboden sind kaum zu sehen. Der Vorteil gegenüber Oberleitungen ist, dass damit auch Pkw geladen werden können.
11.05.2018 14:53 - In Schweden entsteht derzeit eine Straße , in die Stromschienen verlegt werden, um Elektroautos während der Fahrt aufzuladen. Die Idee dahinter: Die Stromer brauchen nicht so große Batteriepacks und könnten trotzdem unbegrenzt fahren.
In Schweden entsteht die inzwischen zweite elektrische Straße. Die E Road Arlanda entsteht als neue Verbindungsstraße zwischen Stockholm und dem 25 Kilometer nördlich gelegenen Flughafen Arlanda. In die Fahrbahn verlegen die Bauarbeiter des Bau- und Infrastrukturunternehmens NCC eine Stromschiene, über die Elektroautos während der Fahrt aufgeladen werden können. Entwickelt wurde die Technologie von Elways, einem Unternehmen mit Sitz in Solna, in der Nähe von Stockholm, das sich auf solche elektrifizierten Straßen konzentriert. An dem Projekt ist außerdem noch der Stromkonzern Vattenfall beteiligt.

Alle Arten von Elektroautos aufladen

Das erste Projekt von Elways, das 140 Kilometer nördlich von Stockholm aufgebaut wurde, wurde mit einer Oberleitung ausgestattet. Über diese können LKW und Busse während der Fahrt geladen werden. Die Stromschiene in der Fahrbahn hat aber gegenüber dieser Lösung mehrere Vorteile. Zum einen können so alle Art von Fahrzeugen geladen werden und nicht nur hohe LKW und Busse. Zum anderen wird das Landschaftsbild dadurch weniger beeinträchtigt. Dazu kommt noch, dass – nach Angaben der Projektbeteiligten – die Investitionskosten pro Kilometer niedriger ausfallen als bei Oberleitungen.

Unbegrenzte Reichweite mit kleineren Batterien

Die neue Straße wird nach Fertigstellung über einen Zeitraum von mindestens einem Jahr unter anspruchsvollen Straßen- und Witterungsverhältnissen getestet. Dazu fahren regelmäßig speziell ausgerüstete und vollständig elektrisch angetriebene LKW. Sie transportieren Güter zwischen dem Frachtterminal des Flughafens und einer Logistikfirma.
Mit dem Projekt wollen die Schweden vor allem die Angst vor zu geringer Reichweite nehmen und die Elektromobilität weiter voranbringen. Ob sich die Idee, elektrische Straßen zu bauen, letztlich flächendeckend durchsetzen wird, wird sich noch zeigen. Denn die Kosten im Vergleich zu einer normalen Ladeinfrastruktur sind höher, vor allem wenn die Straße nicht ohnehin neu gebaut wird. Aber die elektrische Straße hat den Effekt, dass die Elektrofahrzeuge mit kleineren Batterien auskommen und trotzdem eine unbegrenzte Reichweite hätten. (su)
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