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Donnerstag, 17. Mai 2018

Solarmodule: „Alle Märkte in Europa haben zugelegt“

Solarmodule: „Alle Märkte in Europa haben zugelegt“

Michael Harre ist Vizepräsident für das Solargeschäft in Europa von LG Electronics.
14.05.2018 12:48 - LG Electronics hat mit dem Neon und dem Neon R zwei starke Module im Angebot. Die Strategie ist aufgegangen, wie Vizepräsident Michael Harre im Interview bestätigt. Er ist für das europäische Geschäft zuständig.

2017 war ein deutlicher Aufwind im europäischen Solarmarkt zu verzeichnen. Kam er auch bei Ihnen an?

Michael Harre: Das Jahr lief überwältigend gut in Europa. Wir haben um 70 Prozent zugelegt. Interessanterweise sind alle europäischen Märkte um 50 oder mehr Prozent gewachsen. Besonders stark war die Nachfrage in Deutschland, Österreich, der Schweiz, in Belgien und den Niederlanden.

Wie viel Megawatt haben Sie 2017 verkauft?

Etwa 170 Megawatt. Die Stimmung war sehr positiv. Ausschlaggebend für unsere Kunden waren die hohe Qualität der Module und unsere Lieferfähigkeit. Wir sind als verlässlicher Partner bekannt. Das wurde honoriert.
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Wie viele Installateure kaufen bei Ihnen?

Wir verkaufen an den Großhandel, dieser wiederum an Installateure. Für letztere haben wir ein LG Pro Programm für die Installateure entwickelt. In diesem sind derzeit europaweit circa 250 Betriebe, davon die Hälfte in Deutschland. Wir planen, dieses Programm weiter auszubauen. Wir sehen, dass die teilnehmenden Installateure mehr und mehr auf LG setzen, einige verbauen nur noch unsere Module. Weil sie von der Qualität und unserem Service überzeugt sind.

Welches Modul war Ihr Bestseller?

Ganz eindeutig das Neon, das war unser stärkstes Produkt. Mit weißer Rückseitenfolie leistet es 330 bis 335 Watt, mit schwarzer Folie 320 Watt. Wir haben daneben das Neon R Spitzenmodul mit Rückseitenkontaktierung, es leistet 360 bis 370 Watt. Und unser Mono X erreicht 300 Watt. Der Anteil an Mono X wird jedoch reduziert, um uns noch mehr auf unsere Hochleistungsmodule zu konzentrieren.

Wie verteilen sich diese drei Produkte auf Ihre Fertigungskapazität?

In Gumi in Korea laufen mittlerweile mehrere Modulfabriken mit einer Gesamtkapazität von 1,9 Gigawatt. Davon entfallen 1,3 Gigawatt auf das Neon-Modul, 200 Megawatt auf Neon R und 400 Megawatt auf Mono X.

Wie sind Sie ins Jahr 2018 gestartet?

Im ersten Quartal konnten wir unseren Absatz mehr als verdoppeln, im Vergleich zum Vorjahresquartal. Das ist wie im Fußball: Wenn die erste Halbzeit gut anfängt, kann man dem zweiten Halbjahr mit größerer Gelassenheit entgegensehen. Auch das zweite Quartal sieht gut aus, in allen europäischen Märkten.

Das Wetter war eigentlich eher widrig …

Das merkt man ein wenig in Österreich oder der Schweiz, wo im Frühjahr noch ein Schneeeinbruch kam. Aber die Installateure haben ihre Anlagen trotzdem gebaut. Da muss man schon sagen: beeindruckend! Generell sind wir für dieses Jahr vorsichtig optimistisch, dass der Rückenwind anhält.

Wie geht es in diesem Jahr weiter?

Wir bringen ein neues bifaziales Neon-Modul mit 72 Zellen, das 390 Watt leisten wird. Hinzukommen Leistungsgewinne durch die Rückseite, da es bifaziale Zellen und eine transparente Rückseitenfolie enthält. Der Kunde zahlt aber nur für die Nennleistung: 390 Watt. Damit gehen wir unseren Weg der Hochleistungsmodule konsequent weiter. Wir werden zum Ende des zweiten Quartals zudem unsere Mono X in Europa auslaufen lassen. Die bestehenden Bestellungen liefern wir natürlich aus, nehmen das Modul aber dann aus dem Vertrieb. (HS)
Ausführliche Analysen der Modulmärkte in Europa und der Neuheiten zur Intersolar in München finden Sie im Maiheft unseres Fachmagazins photovoltaik. Es erscheint am 17. Mai 2018. Abonnenten können alle Berichte, Interviews und Produktneuheiten nach Erscheinen auch online lesen sowie als PDF-Dateien downloaden.
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