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Freitag, 15. Juni 2018

Sichere Kommunikation gegen den Blackout

Sichere Kommunikation gegen den Blackout

In der Leitwarte des Versorgers muss die Kommunikation klappen.
12.06.2018 16:31 - Regionalversorger streben den Aufbau von 450 Megahertz-Funknetzen an. So könnten Millionen Stromerzeuger und Verbraucher sicher digital kommunizieren.
Die mit 450 Megahertz ausgestatteten Funknetze dienen der sicheren Steuerung der Stromnetze aus den Leitwarten sowie der Anbindung an Smart Meter bei Verbrauchern und für die Notfallkommunikation. Der Clou: Anders als Telekommunikationsnetze funktionieren die Funknetze mit einer sehr hohen Verfügbarkeit und zeitlichen Auflösung: Geräte im Keller werden über diesen Standard besser erreicht und die Signale werden in Intervallen von unter vier Sekunden abgerufen – man also durchaus von einer Steuerung in Echtzeit sprechen.
Die 450 Megahertz-Frequenz könnte eine kritische Infrastruktur wie die Energieversorgung besser schützen, wenn sie möglicherweise nur exklusiv für die Energieversorgung genutzt werden kann. Es bleibt also eine reine Kommunikation zwischen Maschinen oder Geräten. Das hängt auch vom Ausschreibungsdesign der Bundesnetzagentur ab, die nach 2020 neue Lizenzen für die 450-Megahertz-Frequenz vergibt. Eine offene Ausschreibung gelte es deshalb zu verhindern, betont Stefan Kapferer, Chef vom Branchenverband BDEW.

In Holland sind bereits Stromnetze mit 450 Megahetz ausgestattet

Die niederländische Stromnetzbetreiber Alliander hat bereits eine offene Plattform mit dem Namen 450-Connect gegründet und wirbt um regionale Energieversorger, damit eine flächendeckende Verbreitung des Standards zu erreichen. In Holland betreibt Alliander bereits seit Jahren ein solches Netz und auch in Deutschland gibt es mehrere Pilotprojekte wie beim Versorger EWE.
Besonderes Merkmal ist, wie Fachleute sagen, die Schwarzfallsicherheit. „Herkömmliche Telekommunikationsnetze fallen ohne Strom nach wenigen Stunden aus. Unsere Lösungen ist mehrfach abgesichert und funktioniert hundertprozentig“, verspricht Thomas Murche, Vorstand bei der Wemag. Sollte es je zu einem flächendeckenden Blackout kommen, könnten die Stromnetz schnell wieder hochgefahren werden. Murche: „Ohne funktionierende Kommunikationsmöglichkeit wäre das sehr schwer bis unmöglich.“ (nhp)
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